Prüfung Risikotragfähigkeit: Neue Perspektiven & Umstellungsprobleme

Erweiterung der risikoorientierten Prüfungsplanung um aktuelle Einflüsse aus Zinsanstieg, RTF-Leitfaden und den MaRisk 8.0 zur Beurteilung der Risikotragfähigkeit (RTF)

Ab 2023 erwartet die Aufsicht von den (LSI-)Instituten die Umstellung der Risikotragfähigkeit (RTF)-Konzepte auf die neue normative und ökonomische Perspektive. Mit Blick auf eine konsequente Ausrichtung der RTF-Konzeption an der Fortführung des Instituts sind Herausforderungen bei der mehrjährigen Kapitalplanung, Ableitung des Risikodeckungspotenzials und der Risikomodellierung zu meistern, um weiterhin die MaRisk zu erfüllen. So erfordert u.a. die Bewertung ökonomischer Risiken in der normativen Perspektive wegen nicht erfasster Neugeschäfte die Einführung einer zeitraumorientierten Barwertsteuerung. Daneben ist eine Transformation der Risikowerte der ökonomischen Perspektive in die RWA und Erträge im adversen Szenario der normativen Sicht anzustreben. Solche Umstellungsprobleme machen die Erweiterung der Prüfungslandkarte unabdingbar.

Seminarnummer: 230301
Inhaltsverzeichnis:

Nächster Termin

09.03.2023
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790,00 €
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Seminarthemen und Agenda

10:00 - 12:15 Uhr

Aufsichtliche Beurteilung interner Prozesse zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit (ICAAP)

  • Würdigung des internen Prozesses der Risikotragfähigkeit (RTF)-Ermittlung (ICAAP) nach § 25a KWG, AT 4.1 der MaRisk, RTF- und ICAAP-Leitfaden unter Bewahrung der Methodenfreiheit und Säule 2
  • ICAAP als wichtiger Einflussfaktor für die Kapitalfestsetzung im SREP: RTF-Konzeption, Kapitalplanung, Stresstests und adverse Szenarien • Adressierung wesentlicher Risiken • Einbindung in Steuerungsprozesse
  • Normative und ökonomische RTF-Berechnung: u.a. Ableitung sinnvoller Steuerungsimpulse unter welchen Nebenbedingungen? • Rückgriff auf welchen Risikobetrachtungshorizont und welches Konfidenzniveau?
  • Bewertung des Einflusses der Kapitalplanung (u.a. Einordnung von Planergebnisse künftiger Perioden) und Stresstests (z.B. Festlegung der Parametervariation in Plan- und adversen Szenarien) auf den RTF-Prozess
  • Erwartungen an die Risikoinventur (Wesentlichkeitseinstufung bisher vernachlässigter Risiken) und Risikoquantifizierung (u.a. Festlegung angemessener Annahmen, Sicherstellung der Datenqualität/-konsistenz)
  • Vorgaben für Risikodeckungspotenziale in Abhängigkeit der RTF-Perspektive – Orientierung an Säule 1?

(dazwischen 15 min. Pause)

12:15 - 14:45 Uhr

Prüfung des Kapitalplanungs-Prozesses zur Beurteilung der normative Risikotragfähigkeit-Sicht

  • Erweiterung der Revisionslandkarte um RTF-Vorgaben sowie Folgen für risikoorientierte Prüfungsplanung
  • Überprüfung der Planungsannahmen für mehrjährige Zeiträume – Werden erwartete Veränderungen der Geschäftstätigkeit, strategischen Ziele und des wirtschaftlichen Umfelds im Basis-/Planszenario simuliert?
  • Beurteilung des Planszenarios auf Basis der erwarteten Geschäftsentwicklung und angemessener adverser Szenarien zur (Früh-)Erkennung widriger Entwicklungen und gravierender Bedrohungspotenziale
  • Prüfung der schriftlichen Begründung häufiger „Auslöser“ für unterjährige Aktualisierungen der Planung
  • Bewertung der Einschätzung des SREP-Kapitalzuschlags unter Berücksichtigung der Geschäftstätigkeit
  • Beurteilung des abgeleiteten Managementpuffers als zusätzlicher Ausdruck des Risikoappetits des Instituts
  • Inwieweit werden „Säule 2“-Risiken in den adversen Szenarien der normativen Perspektive berücksichtigt?
  • Prüfung der Ausgestaltung angemessener RTF-Stresstests und adverser Szenarien (in der Kapitalplanung)
  • Einschätzung der Wirksamkeit abgeleiteter Steuerungsimpulse aus Zusammenspiel der neuen Perspektiven

(dazw. 45 min. Mittagspause, danach 15 min. Pause)

15:00 - 17:00 Uhr

Risikodeckungsmasse, Risiken und Risikoermittlung in ökonomischer Risikotragfähigkeit-Sicht

  • Beurteilung des Risikodeckungspotenzials (RDP): Existieren Positionen zu Verlustausgleich und Bereinigung des Eigenkapitals um stille Reserven/ Lasten? • Umgang mit Erträgen aus Neugeschäft • Besonderheiten bei Barwert(naher)-Ermittlung des RDP • Erfassung spezifischer RDP-Bestandteile (z.B. Verwaltungskosten)
  • Überprüfung der Risikoinventur: Wesentlichkeitsbestimmung von Barwert(nahen)-Risiken • Auswirkung der Risiken auf die GuV, Eigenmittel und risikogewichteten Positionsbeträge
  • Risikolimitierung: Prüfung quantitativer (z.B. Ampelsysteme) und qualitativer („Limitauslastungsreports“) Instrumente zur Begrenzung von Risikokonzentrationen • Eignung von Frühwarnindikatoren • Überprüfung der dokumentierten Eskalationsprozesse
  • Bewertung der Risikomessverfahren: u.a. Einschätzung der Höhe des KonfidenzniveausHaltedauer und Limitsystem für Marktrisikopositionen • Durchschau-Prüfung auf Risikopositionen in Fonds • Beurteilung ausgefallener Positionen und Eventualverbindlichkeiten • Prüfung der Anpassungen der Risikomessverfahren im Adressausfall-, Marktpreis- und Refinanzierungsrisiko
  • Überprüfung der weiteren Zulässigkeit periodischer Risikomessverfahren in der ökonomischen Perspektive
  • Prüfung der von Dritten gelieferten Daten zur Würdigung der Datenqualität, -konsistenz und -verfügbarkeit
  • Beurteilung des Stresstesting: Rolle adverser Szenarien? • Prüfung der Szenarien zur Messung erheblicher Auswirkungen auf die Kernkapitalquote

Konditionen und Organisatorisches

Der Zugang zum Seminar erfolgt über Ihren persönlichen Nutzerbereich in MeinFCH. Informationen zum Zugang und eine Anleitung erhalten Sie spätestens eine Woche vor dem Seminar. Ihre Teilnahmebestätigung und die Seminardokumentation als PDF finden Sie ebenfalls unter MeinFCH.

Bei der Anmeldung gewähren wir ab dem zweiten Teilnehmer aus dem demselben Haus bei zeitgleicher Anmeldung einen Rabatt von 20%.

Sie erhalten nach Eingang der Anmeldung Ihre Anmeldebestätigung/Rechnung. Bitte überweisen Sie den Rechnungsbetrag innerhalb von 30 Tagen nach Zugang der Rechnung.

Eine Stornierung Ihrer Anmeldung ist nicht möglich. Eine kostenfreie Vertretung durch Ersatzteilnehmer beim gebuchten Termin dagegen schon. Der Name des Ersatzteilnehmers muss dem Veranstalter jedoch spätestens vor Seminarbeginn mitgeteilt werden. Wir weisen darauf hin, dass „Teilnahmen“ von anderen als den gebuchten Teilnehmern nicht gestattet sind und Schadensersatzansprüche des Veranstalters auslösen.

Bei Absage durch den Veranstalter wird das volle Seminarentgelt erstattet. Darüber hinaus bestehen keine Ansprüche. Änderungen des Programms aus dringendem Anlass behält sich der Veranstalter vor.

Tagungsort

Online-Veranstaltung mit Zoom.

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Ihre Dozenten

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Prüfungsleiter Referat Bankgeschäftliche Prüfungen
Deutsche Bundesbank


Marko Mohrenz
Bereichsdirektor Interne Revision
Volksbank Münsterland Nord eG


Falk Beyer
Prüfungsleiter Revision Banksteuerung
Sparkasse KölnBonn


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