Montag, 10. Oktober 2022

Das waren die 15. Hamburger Bankenaufsicht-Tage 2022

Zur großen Freude erneut in Präsenz: Aufsichtsrecht, Regulatorik, Miniatur Wunderland & Kaiserwetter

Frank Sator, Geschäftsführer, FCH GmbH

Heidi Bois, Prokuristin, Bereichsleiterin Marketing & Vertrieb, Bereichsleiterin Zentrale Dienste, FCH-Gruppe

Einen Monat früher als gewohnt vom 04.–05.10.2022 war es wieder so weit! Zum 15. Mal fanden die Hamburger Bankenaufsicht-Tage statt – zur großen Freude aller wieder in Präsenz. Die Tagung hat sich inzwischen als eine DER Netzwerkveranstaltungen in der Kreditwirtschaft etabliert. Auch in diesem Jahr fand sich eine Vielzahl interessierter Führungskräfte zusammen. Man möchte fast sagen, eine Veranstaltung wie ein „Klassentreffen“, denn inzwischen gibt es – säulenübergreifend – Banker, die sich einmal im Jahr gezielt hier verabreden. Was nicht bedeutet, dass es sich hier um einen exklusiven Club handelt, der keinen Neuzuwachs duldet. Die Netzwerkmöglichkeiten werden hier immer und intensiv genutzt.

Knapp 100 Teilnehmer nutzten an anderthalb Tagen bei allerbester Atmosphäre die Gelegenheit, sich bei unserer Premium-Tagung im Empire Riverside Hotel für das ungemein dynamische Aufsichtsrecht wieder über aktuelle und zum Teil brisante Themen zu informieren. Eröffnet und moderiert wurde die – von Frank Sator konzipierte – Veranstaltung von Marcus Michel, Vorstand der FCH-Gruppe.

 

Zu Beginn der Tagung setzte sich Dr. Jürgen Schaaf, Europäische Zentralbank (EZB), mit der Fragestellung auseinander, inwieweit ein digitaler Euro überhaupt eine Alternative zu Krypto-Werten darstellen soll. Neben dem Vergleich zum derzeitigen Bar-, Buchgeld und Zentralbankguthaben stellte er u. a. Vor- und Nachteile der zukünftigen Central Bank Digital Currency (CBDC) vor und informierte über den aktuellen Stand des EZB-Projektes zur Einführung des Digitalen Euro. Im Kontext der jüngsten Verwerfungen auf den Krypto-Märkten setzte er sich kritisch mit Kryptowährungen und deren Risiken auseinander und gab einen Überblick über die Inhalte der neuen Regulierung zu Märkten für Krypto-Werte (MiCA). Die Brisanz des Themas lässt vermuten, dass wir auf dieser Tagung nicht das letzte Mal etwas über Kryptowährungen/-werte gehört haben.

Im Anschluss stellten Dr. Torsten Kelp von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sowie Frank Dehnke aus der Sparkasse Oberhessen in einem Kombi-Vortrag die wesentlichen Konkretisierungen und Neuregelungen der bevorstehenden 7. MaRisk-Novelle sowie daraus resultierende Konsequenzen für die Banksteuerung vor. Hierbei standen die Überführung der EBA-Leitlinien zur Kreditvergabe und -überwachung in die MaRisk, die neuen Anforderungen an die Ausgestaltung bankinterner Prozesse für Immobiliengeschäfte, die Integration der Geschäftsmodellanalyse in die MaRisk-Vorgaben für die Strategie, den Risikosteuerungsprozess und die Risikoberichterstattung sowie die Übertragung der BaFin-Merkblatt-Anforderungen an eine nachhaltige Finanzwirtschaft im Mittelpunkt.

Nach dem Lunch berichtete Dr. Sebastian Ahlfeld von der Deutschen Bundesbank über erste Erfahrungen im Zusammenhang mit Sustainable Finance. Neben der EU-Taxonomie-Verordnung und Fragen zur Offenlegung von Nachhaltigkeitsrisiken sprach er über Herausforderungen für die Risikomessung und die Bedeutung von Stresstests. Dabei setzte er sich kritisch mit der Frage auseinander, was die Aufsicht derzeit von den Instituten erwartet, und gab einen Ausblick über den Stand der Umsetzung der geplanten Regulierungsvorgaben.

Zum Abschluss des ersten Veranstaltungstages hörten die Teilnehmer gebannt den brisanten, topaktuellen Aussagen von Prof. Dr. Joachim Wuermeling, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, über das Thema „Normalzustand Krise(nmodus)? – Banken zwischen Krieg, Pandemie und Zinswende“ zu. Im Anschluss an seinen Vortrag entwickelte sich eine rege Diskussion mit den Teilnehmern.

 

Bereichert um viele neue bankenaufsichtliche Vorgaben, sorgte die anschließende Abendveranstaltung für eine willkommene Abwechslung. Zunächst begaben wir uns mit unseren Teilnehmern auf eine spannende Entdeckungsreise rund um die Welt im Maßstab 1:87 – bei einem Besuch des seit 2019 stark erweiterten Miniatur Wunderlandes, der größten Modelleisenbahn der Welt. Bei dem anschließenden Netzwerk-Dinner auf dem Historischen Speicherboden im unverwechselbaren Ambiente der geschichtsträchtigen Speicherstadt – UNESCO-Welterbe – wurde dann noch bis in die späten Abendstunden geschlemmt und genetworkt.

Zu Beginn des zweiten Tages der 15. Hamburger Bankenaufsicht-Tage wurde Christoph Kuhn von der European Banking Authority (EBA) via Zoom aus Paris zugeschaltet und gab interessante Einblicke in die risikobasierte Analyse der Geschäftsmodelle sowie über Chancen und Risiken für die Geschäftsmodellentwicklung im Umfeld sinkender Profitabilität, steigender Zinsen und der Inflation. Dabei beantwortete er u. a., welche disruptive Sprengkraft die Digitalisierung tatsächlich für die traditionellen Geschäftsbanken birgt, wie steigende Kapitalkosten nachhaltig kompensiert und über eine Veränderung der Finanzierungsstruktur optimiert werden können und wie steigende Zinsen und Inflation die Zinsüberschüsse und Werthaltigkeit der Aktiva beeinflussen.

Nach einer Kaffeepause, die wie immer intensiv zum Netzwerken genutzt wurde, stellte Dominik Leichinger aus der Deutschen Bundesbank erste Anforderungen an Künstliche Intelligenz und Machine Learning im Kontext von internen Modellen und des Risikomanagements vor. Die Schwerpunkte seines Vortrags lagen u. a. auf (künftigen) Vorgaben für Modellwahl und -konzeption, (Früh-)Erkennung und Bereinigung von Datenqualitätsschwächen durch die Einführung geeigneter Verfahren sowie die kritische Auseinandersetzung mit Modellgrenzen, -ergebnissen und Veränderungen der Ergebnisqualität bei Rekalibrierungen (Validierung). Hierbei wurde die Thematik sehr anschaulich dargestellt, so dass die Zuhörer ohne IT- und quantitatives Vorwissen problemlos folgen konnten.

 

Im Fokus des Abschlussvortrages von Dirk Lötters aus der Deutschen Bundesbank und Prof. Dr. Dirk Heithecker aus der Volkswagen Bank stand der Russland-Ukraine-Konflikt. Hierbei machten die zwei Referenten unmissverständlich deutlich, wie wichtig ein wirksames Risikomanagement als Voraussetzung für bessere Resilienz gegenüber Krisen ist. Zu Beginn berichtete Herr Lötters über (Prüfungs-)Erfahrungen mit Notfallkonzepten und Business Continuity Management (u. a. Identifizierung geschäftskritischer Prozesse/Systeme, Wiederanlaufpläne zur Rückkehr zum Normalbetrieb) in Banken und Sparkassen. Danach äußerte sich Prof. Dr. Dirk Heithecker u. a. über die Erfassung und Bewertung geopolitischer Risiken in der institutsspezifischen Risikoinventur sowie die Verlässlichkeit von Risikomessverfahren in Krisenzeiten.

 

Wenn Sie sich möglichst lange auf die kommenden (16.) Hamburger Bankenaufsicht-Tage vorfreuen möchten, holen Sie sich heute schon Ihr Ticket für 2023!

Ein besonderer Dank gilt auch den Ausstellern und Sponsoren der 15. Hamburger Bankenaufsichts-Tage, unter denen sich wie immer namhafte Anbieter aus dem Bankensektor befanden: Awado Services, Awado Rechtsanwaltsgesellschaft und AWADO Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, BDO, secori advisors und M. Lindstedt Unternehmensberatung.

Sie wollen auch einmal als Sponsor bzw. Aussteller mit dabei sein? Bitte trauen Sie sich, uns anzusprechen: heidi.bois@FCH-Gruppe.de. Sichern Sie sich Ihren Frühbucher-Rabatt!

Aber jetzt genug der Worte. Hier ein bisschen Fotomaterial fürs Familienalbum! Eindrücke in Bewegtbildern, eingefangen von unseren FCH-Studios sowie kurze Interviews mit unseren Referenten zu aktuellen Themen folgen in Kürze …

15. Hamburger Bankenaufsicht-Tage 2022 - Expertenrunde

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15. Hamburger Bankenaufsicht-Tage 2022 - im Fachgespräch mit AWADO

15. Hamburger Bankenaufsicht-Tage 2022 - Expertenrunde

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15. Hamburger Bankenaufsicht-Tage 2022 - Expertenrunde

00:01:00 00:07:06 00:14:46



Beitragsnummer: 21851

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