Mittwoch, 3. August 2022

Rezension: Bankrechts-Handbuch

6. Auflage

Prof. Dr. Jürgen Ellenberger/Prof. Dr. Hermann-Josef Bunte (Hrsg.): Bankrechts-Handbuch. 6. Auflage. C. H. Beck Verlag, München, 2022. 6.306 S., 619 €.

 

Buch

Das „Bankrechts-Handbuch“ vorzustellen, hieße Eulen nach Athen tragen. Das Werk, das nun in der 6. Auflage vorliegt, ist seit langem etabliert. 

Neben der ebenfalls seit langem etablierten Loseblattsammlung Bankrecht und Bankpraxis (BuB) aus dem Bank-Verlag und dem einbändigen „Kümpel“ ist der nach wie vor zweibändige „Schimansky/Bunte/Lwowski“, nunmehr nach Herausgeberwechsel „Ellenberger/Bunte“, eines der ersten Handbücher zum Rechtsgebiet. 

Inhalt 

Das Werk hat in der neuen Auflage eine leicht veränderte Gliederung erhalten. Die Kommentierung der AGB-Banken wurde in einem Paragrafen zusammengeführt. Auch die Kommentierung von Lastschriftverfahren und Scheckverkehr wurde so gestrafft. Das Thema Datenschutz bei Bankgeschäften wurde neu aufgenommen, zudem werden das Basiskonto und das P-Konto nun eigenständig kommentiert. Aufgrund der hohen Aktualität wurde eine Kommmentierung der Cum-ex-Geschäfte in das Buch aufgenommen. Gleiches gilt für die Rechtsprechung zum KapMuG und zur Musterfeststellungsklage. 

Die Gliederung ist dabei nach wie vor am praktischen Bedarf ausgerichtet: Band I startet mit den Allgemeinen Grundlagen, insbesondere den Fragen zu den AGB-Banken, bevor es zum Zahlungsverkehr übergeht. Sodann folgt als letzter Abschnitt im ersten Band das Einlagen- und Kreditgeschäft, der im zweiten Band mit Kreditsicherung und Sonstigen Finanzierungsgeschäften beendet wird. Es folgt der vierte Abschnitt zu Kapitalmarkt, Wertpapier-, Geld- und Auslandsgeschäfte, gefolgt vom Abschnitt zum Öffentlichen Bankrecht.

Empfehlung

Das Werk ist auch in der Neuauflage uneingeschränkt für Praxis und Wissenschaft geeignet. Für den Praktiker ist hilfreich, dass auch Themen, die nicht (mehr) alltäglich sind, wie etwa Fragen zum Scheckverkehr, erschöpfend behandelt werden.

Darüber hinaus ist das Werk für die Einarbeitung in relevante Themen gut geeignet, da es diese mit dem erforderlichen Tiefgang bearbeitet. Zu nennen ist hier die Auseinandersetzung mit den Cum-ex-Geschäften oder dem Thema Datenschutz in Kreditinstituten. Positiv ist auch, dass der Bereich der Krypto-Währungen einen im Vergleich zur Vorauflage nochmals breiteren Raum bekommt, auch dies der Diskussion in der Praxis angemessen.

Erfreulich ist zudem, dass trotz der starken Präsenz von BGH-Richterinnen und -Richtern in Autoren- und Herausgeberschaft die Rechtsprechung des BGH nicht kritiklos bleibt, wie die Diskussion um das Urteil zu den AGB-Banken vom 27.04.2021 zeigt.

Dem Werk ist es daher auch in der Neuauflage gelungen, ein Paket zu schnüren, das für mit Fragen des gesamten Bankrechts beschäftigte Juristen kaum Fragen offenlässt – nach wie vor ein klarer Kauf!

Prof. Dr. Roman Jordans, LL.M. (NZ), Professor für Wirtschaftsrecht an der IU Internationale Hochschule sowie RA und FA für Bank- und Kapitalmarktrecht bei CBH Rechtsanwälte, Köln


Beitragsnummer: 21756

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