Dienstag, 18. Januar 2022

Künstliche Intelligenz (KI) in Compliance

Nächste Stufe des Regulatory Monitoring

Eric Hennemann LL.M., Referent MaRisk- & Konzern-Compliance, DZ BANK AG 

I. Einleitung

Wenn es um Compliance und neue innovative Ansätze geht, wird oftmals das Wort RegTech[1] (Regulatory Technology) fallen gelassen. Dieser Begriff lässt nur vermuten, welche Möglichkeiten und Potentiale zur Weiterentwicklung der Regulatory Compliance zukünftig für Bankinstitute bestehen. Regulatory-Lösungen wie etwa IT-basierte Tools zur Unterstützung des Regulatory Monitoring sollen Bankinstituten dabei helfen, die Regulierungsflut an neuen und geänderten Regelungen und Vorgaben (Rechtsnormen wie bspw. Gesetze, Verordnungen, Richtlinien etc.) effektiver zu durchblicken, um somit den AT 4.4.2 MaRisk[2] erfüllen zu können.

Innovative Lösungen wie bspw. „Künstliche Intelligenz (KI)“, Robotic Process Automation[3] oder der Einsatz von Blockchain-Technologie sind zukünftig kaum noch wegzudenken, um die stetig komplexer werdende Regulatorik und steigende Regulierungsflut in Zeiten von Big Data[4] zu bewältigen. Oftmals stoßen schon jetzt klassische Compliance IT-Lösungen an ihre Grenzen, womit der Druck für Bankinstitute zur Bewältigung dieser Herausforderungen stetig zunimmt.

War es zu Zeiten ohne grenzüberschreitende Gesetzgebung und Regulierung noch verhältnismäßig einfach, die für ein Bankinstitut betreffenden Regelungen und Vorgaben zu überblicken, so aufwändig und komplex gestaltet sich spätestens seit der Globalisierung und der Entwicklung des Welthandels das Regulatory Monitoring aus.

Dieser Beitrag befasst sich mit einer der aktuell wohl spannendsten Entwicklungen im Zuge des Machine Learning und Big Data und der abschließenden Frage, wie Künstliche Intelligenz als Verbindung zwischen diesen beiden Themen im Rahmen des Regulatory Monitorings zur kontinuierlichen Verbesserung der Normenzuordnung auf verantwortliche Bankbereiche eingesetzt werden kann.

1. Herausforderungen beim Regulatory Monitoring

Kreditinstitute sind verpflichtet, die aufsichtsrechtlichen Vorgaben der MaRisk[5] einzuhalten. Hiermit adressiert die BaFin speziell die Aufgaben der Compliance-Funktion zur Einhaltung der für ein Institut wesentlichen rechtlichen Regelungen und Vorgaben. Dies bedeutet, dass ein Institut einen Prozess etabliert haben muss, um rechtliche Neuerungen bzw. Änderungen (Rechtsnormen) zu identifizieren, diese entsprechend im Institut den verantwortlichen Bereichen zuzuordnen und auch darauf hinzuwirken, dass diese umgesetzt werden. Damit wird einerseits Transparenz über den Rechtsrahmen geschaffen, in dem sich ein Bankinstitut bewegt, um die Anforderungen an die Compliance-Funktion gem. AT 4.4.2 MaRisk umsetzen zu können – andererseits wird das Risiko der Nichteinhaltung rechtlich relevanter Rechtsnormen gemindert und zugleich das Vermögen geschützt, indem institutsweit ein Prozess zum Regulatory Monitoring implementiert wird. 

Maßgeblich für die Hürden und hohen Aufwände des Monitorings regulatorischer Anforderungen sind u. a. [...]
Beitragsnummer: 18361

Weiterlesen?


Dies ist ein kostenpflichtiger Beitrag aus unseren Fachzeitschriften.

Um alle Beiträge lesen zu können, müssen Sie sich bei meinFCH anmelden oder registrieren und danach eines unserer Abonnements abschließen!

Anmeldung/Registrierung

Wenn Sie angemeldet oder registriert sind, können Sie unter dem Menüpunkt "meinABO" Ihr

aktives Abonnement anschauen oder ein neues Abonnement abschließen.

Produkte zum Thema:

Produkticon
Rechts- und Regulatorikmonitoring
Produkticon
FCH Compliance Rechts- und Regulatorikmonitoring 2.0

Beiträge zum Thema:

Beitragsicon
Geplante EU-Richtlinie zu Sorgfaltspflichten in Geschäftsbeziehungen

Der EU plant eine Ausweitung der Sorgfaltspflichten der Unternehmen in ihren Geschäftsbeziehungen. Dies gilt auch für Unternehmen der Kreditwirtschaft.

11.04.2022

Beitragsicon
Vertriebliche Kundenverbünde automatisch pflegen

Mit Hilfe von KI können Kundenverbünde in Finanzinstituten automatisiert gepflegt und so der Vertrieb entlastet und die Kundenberatung verbessert werden.

06.07.2021

Beitragsicon
Auslagerung in die Cloud: Schäfchen- oder Gewitterwolke?

Cloud-Computing ist für viele abstrakt und schwer greifbar. Das muss sich ändern. Um die weitreichenden Auswirkungen zu verstehen, müssen Vor- und Nachteile klar herausgestellt werden. Warum sollte ein Unternehmen in die Cloud auslagern? Welche rechtlichen Vorgaben müssen Banken beachten? Was sind die elementaren Aspekte, die den Erfolg der Cloud-Auslagerung maßgeblich beeinflussen?

02.12.2020


Um die Webseite so optimal und nutzerfreundlich wie möglich zu gestalten, werten wir mit Ihrer Einwilligung durch Klick auf „Annehmen“ Ihre Besucherdaten mit Google Analytics aus und speichern hierfür erforderliche Cookies auf Ihrem Gerät ab. Hierbei kommt es auch zu Datenübermittlungen an Google in den USA. Weitere Infos finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen im Abschnitt zu den Datenauswertungen mit Google Analytics.