Montag, 3. Mai 2021

KI-basierte Spar-Apps stärken Vertrauensbasis



Anand Subbaraman, SVP and General Manager, Retail Banking bei Finastra  

Die eigenen Finanzen zu managen, ist nicht nur aufgrund der wachsenden Anzahl an Bezahloptionen und verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten umfangreicher und komplizierter geworden. Das Beisammenhalten von Belegen und die Übersicht über die eigenen Finanzmittel wird zusehends zur Herausforderung. Es wundert also wenig, dass sich intelligente Spar-Apps wachsender Beliebtheit erfreuen – und für Banken und ihre Kunden gleichermaßen einen echten Mehrwert darstellen.

 

Banken und Sparkassen müssen strategisch, vertrieblich und technologisch Erfindungsgeist zeigen, wenn sie für Verbraucher attraktiv bleiben wollen. Ein wirkungsvoller Weg, sich im hart umkämpften Retail-Geschäft zu behaupten, liegt für die meisten Finanzinstitute darin, ihren Endkunden clevere und zugleich optimal eingebundene Services zu bieten. FinTechs wie Monotto oder Honeyfi liefern mit ihren Lösungen einen anschaulichen Beweis dafür, wie gewinnbringend die Zusammenarbeit zwischen klassischen Bankhäusern und modernen Tech-Schmieden laufen kann. Die beiden Finanzsoftwarehäuser liefern Beispiele für intelligente Tools, mit denen Privatleute einen besseren Überblick über ihre Ausgaben erhalten und zudem den sprichwörtlichen Notgroschen zurücklegen können. 

 

RoboSave füllt Sparschwein von Privatkunden

 

Die persönliche Spar-App RoboSave von Monotto erfasst und analysiert die Transaktionshistorie und damit das Kaufverhalten ihrer Nutzer. Die Art und Weise, wie Konsumenten ihr Geld ausgeben, gibt Aufschluss darüber wie viele Reserven ein individueller Anwender benötigt, um etwaige Engpässe oder finanzielle Notfälle abfedern zu können. Mithilfe von künstlicher Intelligenz ermittelt das Spar-Tool, welche Summen ein Konsument einsparen kann, ohne dass er sein Kaufverhalten verändern muss. Identifizierte Sparpotenziale fließen automatisch in einen eigens dafür angelegten Spartopf ein. Die KI-basierten Algorithmen von RoboSave ermöglichen es, dass die Software fortlaufend dazulernt und mit jedem Einkauf treffsichere Aussagen über Einsparmöglichkeiten tätigen kann. Die App arbeitet zielorientiert – lässt also jedem Anwender die Möglichkeit, seine persönlichen Sparziele zu definieren. Der Sparer kann eine von vier verschiedenen Zielkategorien auswählen, für die er Geld zurücklegen möchte. Das kann zum Beispiel ein neues Auto oder auch Wohneigentum sein. Der Nutzen für Bankkunden ist klar: Kontoinhaber können deutlich effizienter finanzielle Rücklagen aufbauen und ganz nebenbei ihre persönlichen Kenntnisse in Sachen privater Finanzverwaltung auffrischen. Finanzinstitute profitieren im Gegenzug von der erhöhten Liquidität ihrer Kunden.  

 

Honeyfi unterstützt Paare beim Finanzmanagement

 

Ein ähnliches Modell bietet die App Honeyfi: Die Anwendung reagiert auf die wachsenden Herausforderungen rund um private Payment- und Billing-Prozesse. Das Besondere an der Anwendung ist allerdings ihr Fokus auf die gemeinsame Haushaltsführung von Paaren. Denn auch hier hat sich viel verändert. Das Einkommen wird nicht mehr nur von einem Partner bewältigt, Ausgaben werden emanzipiert generiert und somit ist die Kontoführung oft sehr vielschichtig und beide Partner bringen häufig mehrere Accounts in die finanzielle Gemeinschaft ein. Deshalb verfügt Honeyfi neben Funktionen zum Management von Ausgaben, Rechnungen und Budgets sowie der automatischen Berechnung von Sparpotenzialen über eine Reihe weiterer Features, die insbesondere für Paare interessant sind. So können diverse Bankkonten, Bezahldienstleistungen und Finanzverträge mehrerer Personen übersichtlich auf einer Oberfläche dargestellt werden. Jeder Anwender kann dabei frei wählen, welche Inhalte er teilen möchte und welche er ausschließlich in sein persönliches Profil integriert. Zudem können kurz- und langfristige Sparziele sowohl für Paare als auch für Einzelpersonen definiert werden. Kunden, die ihrem Bankberater einen Einblick in ihre aktuelle Finanzlage gewähren möchten, können dies quasi auf Knopfdruck veranlassen.

 

Marktplatz wächst mit Nachfrage

 

Die Einbindung von Spar-Apps wie RoboSave oder Honeyfi in das Service-Portfolio klassischer Banken bringt vielerlei Vorteile mit sich. Sie dienen vor allem als wirkungsvolles Instrument zur Kundenbindung und stärken den Dialog zwischen Berater und Verbraucher. Im Finastra FusionStore können sich Finanzinstitute einen Überblick verschaffen, welche Apps mit den APIs ihrer Kernbanksysteme integriert sind. Die Einbindung kompatibler Anwendungen kann sehr schnell erfolgen und versetzt Banken in die Lage, in Rekordzeit neue, attraktive Services bereitzustellen. Für FinTechs wie Monotto oder Honeyfi ist der FusionStore ein effizienter Vertriebskanal, über den sie eine breite Kundenbasis erreichen können. Ausschlaggebend für den Erfolg von Marktplätzen wie dem FusionStore ist allerdings eine kritische Masse an Lösungsanbietern und Anwendern: Mit der steigenden Zahl an Anwendungen und der wachsenden Nachfrage seitens der Banken und Kreditinstitute erweitern sich zugleich die vertrieblichen Möglichkeiten für Technologieentwickler. Das Portfolio wird breiter, die Auswahl für Finanzunternehmen attraktiver. Derzeit entwickelt sich im FusionStore eine Eigendynamik, die den Marktplatz für alle Beteiligten zu einer Win-Win-Begegnung werden lässt. Insbesondere für klassische Finanzdienstleister finden sich hier Optionen, auf effiziente Weise Mehrwerte für Bestands- und Neukunden zu generieren. 

 

PRAXISTIPPS


  • Beim Open Banking spielen APIs eine wichtige Rolle. Sie schaffen die nötige Voraussetzung dafür, Anwendungen wie etwa die Apps von Monotto und Honeyfi schnell und ohne große Reibungsverluste in bestehende Infrastrukturen einzubinden. Traditionelle Banken sollten deshalb unbedingt auf Know-how in Sachen Schnittstellenarchitektur setzen.
  • KI-basierte Spar-Apps können einen großen Mehrwert für Bankkunden mit sich bringen. Finanzinstitute, die ihren Kunden derartige Anwendungen als zusätzlichen und möglicherweise sogar kostenlosen Service anbieten, greifen auf ein starkes Kundenbindungsinstrument zurück: Sie versetzen ihre Kunden in die Lage, den Überblick über ihre privaten Finanzen zu behalten, und verstärken damit das Fundament für eine transparente und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Berater und Konsument.

Beitragsnummer: 18182

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