Baustellen bei Umstellung interner RTF-Konzepte auf neue Perspektiven

Ermessensspielräume beim Übergang auf neue normative und ökonomische RTF-Steuerungsperspektiven • Vermeidung der Doppelunterlegung von Risiken mit wertvollem Eigenkapital

Durch den aufsichtlichen RTF-Leitfaden wird die Ausgestaltung der Risikotragfähigkeit (RTF) in Form eines Fortführungs- oder Liquidationsansatzes aufgegeben und durch neue Steuerungsperspektiven abgelöst. Obwohl laut BaFin die alten Going-Concern-Ansätze „bis auf weiteres“ gestattet sind, ist in absehbarer Zeit mit der Umstellung zu rechnen. Hierbei stellt die gleichzeitige Erfüllung der normativen (als erweiterte Kapitalplanung) und ökonomischen (von der Rechnungslegung losgelösten) RTF-Perspektive – mit Einfluss auf den SREP-Kapitalzuschlag – die Institute vor große Herausforderungen. Daneben hat das Risikocontrolling aus dem Zusammenspiel der beiden Perspektiven Steuerungsimpulse abzuleiten sowie ggf. durch die Covid-19 Pandemie bislang vernachlässigte Risiken aufzuwerten und Modellannahmen der Risikomessverfahren in Frage zu stellen.

Seminarnummer: 211133
Inhaltsverzeichnis:

Seminardokumentation

18.11.2021 150,00 €
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Seminarthemen und Agenda

10:00 - 12:00 Uhr

Neuausrichtung der Risikotragfähigkeit unter Beachtung des RTF-Leitfadens und der neuen MaRisk

  • Beurteilung des Risikotragfähigkeit (RTF)-Prozesses (ICAAP) gemäß KWG, MaRisk und RTF-Leitfaden
  • ICAAP als Basis für Berechnung zusätzlicher Eigenmittelanforderungen und Angemessenheit der Kapitalausstattung im SREP sowie für Höhe des festzusetzenden SREP-Kapitalzuschlags
  • Gleichzeitige Erfüllung der normativen (erweiterte Kapitalplanung) und ökonomischen RTF-Perspektive
  • Aufwertung der Kapitalplanung: Anerkennung regulatorischer Eigenmittel und weiterer Kapitalbestandteile als Risikodeckungspotenzial zur Erfüllung der Kapital(puffer)anforderungen (inkl. Eigenmittelzielkennziffer) • Einordnung von Planergebnissen künftiger Perioden
  • Adverse Szenarien aus der Kapitalplanung und MaRisk-Stresstests – zur Rolle des Szenarios eines schweren konjunkturellen Abschwungs • Erfassung von Risiken aus ökonomischer Perspektive
  • Anforderung an Risikodeckungspotenziale in Abhängigkeit der RTF-Perspektive – Orientierung an Säule 1?
  • Erwartungen an Risikoinventur (Wesentlichkeit bisher vernachlässigter Risiken?) und Risikoquantifizierung (u.a. angemessene Annahmen, Datenqualität/-konsistenz)

(danach 15 min. Pause)

12:15 - 14:45 Uhr

Fallstricke beim Übergang der Going Concern-Ansätze auf die neue normative Perspektive

  • Zielsetzung der normativen Risikotragfähigkeit-Perspektive sowie deren Einbindung in den ICAAP
  • Normative Perspektive vs. Going Concern-Ansätze alter Prägung: Ähnlichkeiten und Unterschiede in den Grundannahmen, Methodik und Steuerungswirkung
  • Festlegung von Planungsannahmen für mehrjährige Zeiträume: Entwicklung eines Planszenarios auf Basis der erwarteten Geschäftsentwicklung und adverser Szenarien • Ursachen für unterjährige Aktualisierungen der Planung
  • Inwieweit sind „Säule 2“-Risiken in adversen Szenarien der normativen Perspektive zu berücksichtigen?
  • Einschätzung des SREP-Zuschlags unter Beachtung der Geschäftsplanung und regulatorischer Neuerungen
  • Ableitung sinnvoller Managementpuffer als neuer zusätzlicher Ausdruck des Risikoappetits eines Instituts
  • RTF-Stresstests und adverse Szenarien: Unterschiede in der Zielsetzung und angemessenen Ausgestaltung

(dazwischen 45 min. Pause; danach 15 min. Pause)

15:00 - 17:00 Uhr

Umstellungsprobleme bei Herleitung der Risikodeckungsmasse, Risiken und Risikoermittlung in der neuen ökonomischen Perspektive

  • Bestimmung einer Wesentlichkeitsgrenze in der Risikoinventur: Besondere Aspekte wesentlicher Risiken • Wie wirken sich die identifizierten Risiken auf die Perspektive der Vermögenslage als Ausdruck der ökonomischen Perspektive aus?
  • Ableitung des Risikodeckungspotenzials (RDP): Prüfschema bzgl. verfügbarer Positionen zum Verlustausgleich und Bereinigung des Eigenkapitals um stille Reserven • Vernachlässigung der Neugeschäftserträge • Bestimmung des Kostenbarwerts und des Managementpuffers
  • Umsetzung der Vorgaben für Risikomessverfahren: 99,9% oder 99% Konfidenzniveau? • Orientierung der Schätzmethoden am „Säule 1“-Modell? • Durchschau auf wesentliche Risikopositionen in Fonds • etc.
  • Stresstests zur Analyse nicht hinreichend abgebildeter Ereignisse in der Risikomessung (Modellschwächen!) • Was ist schlimmer als 99,9%? • Loslösung von bisherigen Prämissen der Risikomessung durch risikoartenspezifische Stresstests
  • Zusammenspiel der beiden neuen RTF-Steuerungsperspektiven – Ableitung sinnvoller Steuerungsimpulse
  • Die ökonomische Perspektive als erster Schritt in eine barwertige und integrierte Asset-Allocation in Zeiten des Niedrigzinsumfelds

Konditionen und Organisatorisches

Im Teilnahmeentgelt ist die Seminardokumentation als PDF enthalten. Bei der Anmeldung gewähren wir ab dem zweiten Teilnehmer aus demselben Haus bei zeitgleicher Anmeldung einen Preisnachlass von 20%.

Sie erhalten nach Eingang der Anmeldung Ihre Anmeldebestätigung/Rechnung. Der Zugang für das Online-Seminar erfolgt über "meinFCH", Sie erhalten rechtzeitig vor dem Seminar eine E-Mail. Ihre Teilnahmebestätigung finden Sie unter MeinFCH. Bitte überweisen Sie den Rechnungsbetrag innerhalb von 30 Tagen nach Zugang der Rechnung. Eine Stornierung Ihrer Anmeldung ist nicht möglich. Eine kostenfreie Vertretung durch Ersatzteilnehmer beim gebuchten Termin dagegen schon. Der Name des Ersatzteilnehmers muss dem Veranstalter jedoch spätestens vor Seminarbeginn mitgeteilt werden. Wir weisen darauf hin, dass eine „Teilnahme“ von anderen als den gebuchten Teilnehmern ansonsten nicht gestattet ist und Schadensersatzansprüche des Veranstalters auslösen. Bei Absage durch den Veranstalter wird das volle Seminarentgelt erstattet. Darüber hinaus bestehen keine Ansprüche. Änderungen des Programms aus dringendem Anlass behält sich der Veranstalter vor.

Tagungsort

Online-Veranstaltung mit Zoom.

Zoom ist der erste Anbieter von Videokonferenzlösungen, dessen Software im Jahr 2021 vom BSI nach dem internationalen Standard Common Criteria zertifiziert wurde. Der Zugang erfolgt über "meinFCH". Sie erhalten rechtzeitig vor dem Seminar eine E-Mail mit einer Anleitung.

Ihre Dozenten

Jan Bangert
Prüfungsleiter Referat Bankgeschäftliche Prüfungen 3
Deutsche Bundesbank


Dr. Daniel Baumgarten
Teamleiter Risikotragfähigkeit und Kapitalplanung
Sparkasse KölnBonn


M. Sc. Tim-Oliver Engelke
Spezialist Gesamtbanksteuerung Controlling und Risikomanagement
Kreissparkasse Düsseldorf


Angelika Steffens
Leiterin Beratung und Prozessmanagement Adressrisikosteuerung Beratung und Prozessmanagement
parcIT GmbH


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